Freitag, 28. Dezember 2012

Petition: Freiheit und medizinische Versorgung für Leonardo Quijón, junger Mapuche politischer Gefangener in Chile!

Petition


Lassen Sie den jungen Mapuche Leonardo Quijón Pereira jetzt frei und geben ihm die dringend benötigte medizinische Versorgung!


Petition in Englisch  http://www.fixurl.de/4071


Petition in Spanisch  http://www.fixurl.de/4070



 Unser junger Leonardo ist ein Beispiel für die schwersten Menschenrechtsverletzungen, die gegen sein Volk begangen werden, weil sie Mapuche sind und für ihre Würde kämpfen.

Am 27. November 2012 begann er seinen zweiten Hungerstreik in diesem Jahr. Leonardo verlangt seine Freiheit in dem neuerlichen Fall, der ihm trotz seiner Unschuld vorgeworfen wird. Sein Gesundheitszustand ist kritisch und beunruhigend.

Dieser junge Mann lebt seit mehr als sechs Jahren mit Belästigungen, Verfolgungen und falschen Anschuldigungen seitens der chilenischen Polizei. Der letzte Vorwurf in einer ganzen Kette von Angriffen auf seine Freiheit betrifft den Tod des Grundstücksbesitzers Hector Gallardo. Am 3. September 2012 stellte sich Leonardo freiwillig selbst dem Gericht, um seine Unschuld in diesem Fall zu erklären. Daraufhin wurde er in Sicherungsverwahrung mit nunmehr vier Monaten Untersuchungshaft genommen.


Leonardo in Hungerstreik- Dezember 2012

Flüssiger Hungerstreik trotz seines gravierenden Gesundheitszustands

Am 27. November begann Leonardo seinen zweiten flüssigen Hungerstreik. Er fordert, dass er aus der Untersuchungshaft unter Vorsorgemaßnahmen freigelassen wird, dass der Prozess beschleunigt wird, dass alle seine Zeugen ihre Aussagen machen können, dass die Familie des Grundstücksbesitzers Gallardo ihre Anschuldigungen zurücknimmt, weil er unschuldig ist, und dass die Gutachten als fadenscheinig erkannnt werden. Am 16. Dezember musste er seinen Hungerstreik stoppen, weil sein Zustand kritisch wurde und er bei einer Fortsetzung des trockenen Streiks (ohne Einnahme von Flüssigkeiten) einen weiteren Herzinfarkt riskiert hätte, wie er ihn bereits vorher erlitten hat. Aufgrund des Bittens seiner Familie, die schon seit langer Zeit in ständiger Sorge um die Gesundheit dieses jungen Menschen ist, und trotz des Mangels an Aufmerksamkeit und Bereitschaft der chilenischen Regierung, stimmte Leonardo schliesslich vernünfigerweise zu, endend mit einem Gewicht von 48,5 kg. Start: 54,7 kg 

Erst am 13. Dezember wurden die Vorsorgemaßnahmen aufgrund seines Ersuchens um Freilassung überprüft, jedoch lehnte die Justiz ab, weil keine Hintergrund-Informationen zur Verfügung ständen, um die Haftentlassung zu entscheiden.
Der Richter hatte die benötigten Hintergrund-Informationen angefordert, die der Staatsanwalt Luis Chamorro jedoch bis heute weder objektiv vorlegen konnte, noch wurden sie in den Aussagen der Zeugen klar gemacht. Staatsanwalt Chamorro entzieht sich wie immer der Klarheit und Objektivität in der Sache. Während die Vorsorgemaßnahmen abgelehnt wurden, ist die Haltung der Staatsanwaltschaft nichts zu tun, entscheidend für die Verschleppung des Prozesses. 

Dies ist ein wiederholter Machtmissbrauch durch den Staatsanwaltschaft der Neunten Region Chiles, Luis Chamorro, der den Freispruch des Jugendlichen Leonardo Quijón im Jahr 2010 anscheinend noch immer nicht akzeptiert hat, als er ihn fälschlicherweise des illegalen Terrorismus beschuldigte. Dieser konstruierte Vorwurf sollte den feigen Angriff der Polizei auf Leonardo im Jahr 2009 verschleiern. Leonardo wurde bislang in allen Prozessen freigesprochen, weil er unschuldig ist. Trotzdem wird er permanent von Staatsanwalt Chamorro drangsaliert. Vorwürfe wie Terrorismus dienen Chamorro einzig dazu, die Mapuche mit Hilfe des diktatorischen Anti-Terror-Gesetzes aus der Pinochet-Ära verfolgen zu können, die ihm unter anderem dem Einsatz von anonymen Zeugen und anderen der Rechtsstaatlichkeit hohnsprechenden Mitteln ermöglichen. 


Dr. Luis Umaña Rosales von der Kommission für Menschenrechte der chilenischen Medical Association schrieb in seinem Bericht am Mittwoch, 12. Dezember 2012:

"Leonardo hat ca. 10 kg an Gewicht verloren, er erscheint bei Bewusstsein, ist hydratisiert, mit einem gebrochenen Geist, er geht durch eine schwere Depression, hat Krämpfe und anhaltende Schwindel, leidet unter Schlaflosigkeit und Veränderungen im Schlaf-Muster sowie häufigem Herzklopfen.
Dieses längere Fasten hält ihn am Rand einer schweren Dekompensation aufgrund seiner körperlichen und emotionalen Zerbrechlichkeit, vor allem wegen seiner Vorgeschichte mit einem Herzstillstand nach seinem früheren Hungerstreik.

Es ist wichtig zu beachten, dass Leonardo in den Hungerstreik der übrigen Mitglieder der Gemeinschaft eintrat, um deren Verlegung von Temuco in das Gefängnis von Angol zu verlangen, damit sie ihren Familien näher sind. Der Streik dauerte 23 Tage, darunter vier Tagen trockenen Hungerstreiks. Leonardos körperlicher Zustand, ohnehin kritisch wegen der Folgen des feigen Übergriffes der Polizei im Jahr 2009, verschlechterte sich noch mehr. Damals schoss im die Polizei etwa 200 Schrotkugeln in die linke Wade, als er auf der Kaninchenjagd für den Unterhalt seiner Familie war. Obwohl dieser Angriff bereits drei Jahre zurückliegt, hat Leonardo noch immer ein grossen Teil der Schrotmunition im Bein, ist auf ständige medizinische Versorgung angewiesen, während der Verantwortliche bislang nicht zur Rechenschaft gezogen wurde.

Ich würde es begrüßen, wenn Sie sich uns anschließen, um die Regierung von Chile und das Ministerium für Justiz zu bitten, Leonardo Quijón die Freiheit und die dringend erforderliche medizinische Versorgung in einer spezialisierten Klinik zu gewähren, bevor es zu spät ist.